Was bedeutet Systemische Psychotherapie?


Systemische Familientherapie ist eine Form der Psychotherapie, die Gesundheit und Krankheit, Leiden und Wohlbefinden im Zusammenhang mit relevanten Beziehungen, mit dem Selbstbezug und den Lebenskonzepten von Menschen sieht.

Wir verstehen Psychotherapie als Rahmen, im Kontext dessen Klient*innen zum Teil unter Einbeziehung ihrer für sie bedeutsamen sozialen Lebenswelt in letztlich autonomer und auf Selbstwirksamkeit beruhender Weise gegebene biopsychosoziale Leidenszustände auflösen und lindern bzw. für sie passende Lösungen entwickeln.

Zentraler Teil dieses Rahmens ist die empathische, wertschätzende und kooperative Gestaltung der Therapiebeziehung durch die Therapeut*innen. Weiters gehören in diesen Rahmen die Ressourcen-Orientierung der Therapeut*innen und die Strukturierung von therapeutischen Such- und Entwicklungsprozessen.

Systemische Therapiemethoden

sind therapeutische Interventionen, die sowohl die sozialen Beziehungen und den Selbstbezug als auch die Lebenskonzepte der Klient*innen zum Gegenstand haben. Systemisch Intervenieren umfasst unterschiedlichste Weisen des Fragens, des Kommentierens und des Empfehlens. Weitere Elemente der systemischen Therapiepraxis sind:

  • symbolisierende Interventionen wie etwa das Systembrett, Skulpturierungen, die sog. Stuhlarbeit oder die Timeline, 
  • visualisierende Techniken in Form des Malens und Zeichnens oder der grafischen Systemmodellierung,
  • narrative Interventionsweisen wie etwa sog. externalisierende Praktiken, das Schreiben von Briefen und Verfassen von Dokumenten,
  • hypnosystemische Vorgehensweisen in Form von Trance bzw. Imaginationsübungen,
  • Formen der sog. Teile-Arbeit, u.a.

Ein besonderer Schwerpunkt systemischer Methodologie sind kindorientierte therapeutische Vorgehensweisen, etwa in Form von Sandspieltherapie oder anderer kreativer Techniken.

(Quelle: www.last.at/ausbildung, 2018-06-28)